Bauen & Wohnen - 29.04.2020

Die Umwandlung von SPINELLI kann beginnen

Die Stadt Mannheim, die MWSP und die GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft schlagen gemeinsam das n?chste Kapitel der Konversion auf: Im April hat die Stadt gemeinsam mit den beiden kommunalen Unternehmen den Kaufvertrag für den bundeseigenen Teil des Gel?ndes der früheren Spinelli Barracks mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) unterzeichnet.

Die jetzige Kaufkonstellation ist eine Premiere: Die MWSP wurde 2012 als st?dtische Gesellschaft gegründet, um die Konversionsareale vom Bund zu kaufen und zu entwickeln. Bei SPINELLI gibt es vor dem Hintergrund der Nachnutzung der einzelnen Teilbereiche eine besondere Situation, der mit den drei K?uferinnen Rechnung getragen wird. Erstmals ist die MWSP somit nicht alleine für die Entwicklung einer Mannheimer Konversionsfl?che zust?ndig. Stattdessen verantworten mit der GBG, MWSP und BUGA 23 drei st?dtische Gesellschaften die Planung und Realisierung der jeweiligen Fl?chenanteile.
Entstehen werden auf dem Areal zwischen K?fertal und Feudenheim in den kommenden Jahren Wohneinheiten für rund 4.500 Menschen sowie ein zentraler Teil des neuen Grünzugs Nordost. Im Herzen der Fl?che wird zudem die Bundesgartenschau 2023 stattfinden. Der Ankauf steht noch unter Zustimmungsvorbehalt der jeweiligen Gremien. Der Mannheimer Gemeinderat hat den Ankauf am Dienstag (28.04.2020) einstimmig beschlossen.? ?

Nach TURLEY, TAYLOR und FRANKLIN beginnt nun mit SPINELLI die vierte Umwandlung einer früheren US-Kaserne in Stadtraum. SPINELLI ist mit rund 82 Hektar die zweitgr??te Entwicklungsfl?che für Wohnungsbau in Mannheim.
Eine Besonderheit wird die gro?e Parkfl?che im Zentrum des Areals zwischen Aubuckel und dem Feudenheimer Bürgerpark darstellen: Hier schlie?t sich eine Lücke im neuen Grünzug Nordost, der vom Luisenpark über den Neckar hinweg bis zu den Vogelstangseen reicht. Dieser Bereich wird auch Heimat der BUGA 23, die bei der Entwicklung der Grünfl?chen eine wichtige Rolle spielt. Der Rahmenplan sieht vor, dass SPINELLI zu 73 Prozent in einen Grün- und Freiraum und 27 Prozent in Baufl?che umgewandelt wird. Das zeigt die grüne Dimension des Areals und ihre Bedeutung für Mannheim.

?Ich freue mich sehr, dass wir nach Jahrzehnten milit?rischer Nutzung und Nutzung durch das Land als Stadt dieses gro?e Gel?nde übernehmen k?nnen”, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz. ?Die Entwicklung von SPINELLI ist für eine nachhaltige Stadtentwicklung von gro?er Bedeutung. Denn dort wird ein gro?zügiger, durchg?ngiger Grünzug entstehen, der die Lebensqualit?t der Menschen in Mannheim verbessern wird. Und dort bauen wir ein neues Wohnquartier, das für den wachsenden Wohnraumbedarf in Mannheim unerl?sslich ist.“

Auch Paul Johannes Fietz, der bei der BImA im Vorstand für die Konversion zust?ndig ist, freut sich über den Abschluss des Kaufvertrages: ?Wenn es gelingt, auf ehemals milit?risch genutzten Arealen in gro?em Umfang Wohnungen zu schaffen, dann ist das immer ein Erfolg für alle Beteiligten. Ich freue mich, dass die BImA einen weiteren gro?en Beitrag zur Bereitstellung von bezahlbarem Wohnraum leisten kann.“ Die Spinelli Baracks dienten früher der US-Army als Kaserne. Nach dem Abzug der US-Streitkr?fte nutzte das Land Baden-Württemberg einen Teil der bestehenden Geb?ude als Flüchtlingsunterkunft. Gro?e Teile der Fl?che sind versiegelt oder mit Hallen bebaut, mit dem Rückbau hat die BImA bereits 2019 begonnen. Rund 52 Hektar der Fl?che der Spinelli Barracks geh?ren der BImA. Für sie wurde jetzt der Kaufvertrag unterzeichnet. Die restlichen etwa 30 Hektar sind bereits im Besitz der Stadt Mannheim oder in laufenden Kaufvertragsverhandlungen.

MWSP und GBG, beides Unternehmen der GBG-Gruppe, haben auf SPINELLI besonders die Stadtentwicklung und die Schaffung von neuem Wohnraum im Blick.

Die MWSP entwickelt im Norden über die 13,5 Hektar Fl?chenanteil der Spinelli Barracks hinaus weitere 6,5 Hektar Fl?che, welche angrenzend an die eigentliche Konversionsfl?che liegen. Der St?dtebau der MWSP wird in zwei Bauabschnitten realisiert. Nach dem aktuellen Stand der Planungen wird der erste Bauabschnitt zur BUGA 23 umgesetzt und Raum für 1.000 Bewohner bieten. Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts wird nach der BUGA 23 starten. Insgesamt entwickelt die MWSP im Norden von SPINELLI 1.800 Wohneinheiten für rund 4.000 Bewohner.

Es entsteht ein urbanes Quartier, das allen Wohnformen Rechnung tr?gt. Mit dem neu entstehenden Quartierszentrum, einem Nahversorger, einer Ganztagesgrundschule und einer Kinderbetreuungseinrichtung deckt dieses alle Bedürfnisse des t?glichen Lebens ab. Entlang des Parks entsteht eine weitl?ufige Promenade mit belebten Erdgeschosszonen, die mit Blick auf den ?ffentlichen Park zum Flanieren und Verweilen einladen. Achim Judt, Gesch?ftsführer der MWSP sagt: ?Ich freue mich, dass jetzt mit dem Abschluss des Kaufvertrages ein weiterer wichtiger Schritt für die st?dtebauliche und freir?umliche Entwicklung Mannheims im Nordosten gelungen ist. Im Süden K?fertals werden wir mit einem lebenswerten, urbanen und sehr grünen Quartier die Stadt weiterbauen.”

Die GBG - Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft hat im Süden SPINELLIs eine Fl?che von 8,4 Hektar von der BImA gekauft. Die GBG will ein Ensemble aus drei Kasernengeb?uden am südlichen Rand der Fl?che und eine Turnhalle erhalten. Eines der Geb?ude wird modernisiert und in der zweiten Jahresh?lfte 2020 an die BUGA-Gesellschaft vermietet. Ein benachbartes Geb?ude soll bis Ende 2021 zu einem Wohnhaus für Auszubildende umgebaut werden, für das dritte ehemalige Kasernengeb?ude laufen noch die Planungen.

Nach der Bundesgartenschau plant die GBG aktuell, auf der Fl?che rund 250 Wohneinheiten zu erstellen. 75 Wohnungen davon werden als gef?rderter Wohnraum nach dem 12-Punkte-Programm der Stadt Mannheim realisiert werden. Insgesamt sollen nach aktuellem Stand 250 Wohneinheiten für rund 500 Menschen entstehen.

Für die GBG bietet sich durch die Entwicklung die Chance, unser bereits bestehendes Wohnquartier am Adolf-Damaschke-Ring in Feudenheim weiterzuentwickeln”, sagt Karl-Heinz Frings, Gesch?ftsführer der GBG – Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft und der MWSP. ?Wir wollen die M?glichkeit nutzen, um verschiedene Formen an Wohnraum anzubieten, darunter auch ein innovatives Wohnhaus für Auszubildende, wie es sich viele Mannheimer Unternehmen schon lange in der Stadt wünschen.”

Der Abschluss des Kaufvertrags hat auch für die Bundesgartenschau-Gesellschaft gro?e Bedeutung. Schon jetzt herrscht auf SPINELLI Aufbruchsstimmung: Von der BImA werden im Westteil zahlreiche Hallen und Geb?ude zurückgebaut und B?den entsiegelt, um Platz für den Grünzug Nordost und die BUGA 23 zu machen. ?Wir k?nnen es kaum erwarten, endlich auf der Fl?che loslegen zu k?nnen. Denn dann wird auf SPINELLI die Gestaltung des Grünzugs Nordost und damit auch einer Kernfl?che der BUGA 23 wirklich beginnen”, sagt Michael Schnellbach, Gesch?ftsführer der BUGA gGmbH. ?Zudem k?nnen wir dann, sobald dies wieder m?glich sein wird, das Areal auch für Veranstaltungen nutzen und Bürgerinnen und Bürgern vor Ort zeigen, was hier passiert.” Ab Sommer sollen die Gestaltung des Gel?ndes und die Anlage von Wegeverbindungen, ausgehend vom westlichen Teil der Fl?che, starten. ?Wir k?nnen dann – gerade in der aktuell schwierigen Zeit – endlich auch Vorfreude unter den Mannheimerinnen und Mannheimern erzeugen für die BUGA 23 als tolles Gro?ereignis in drei Jahren”, so Schnellbach.

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